In diesem Jahr war unser Familienurlaub etwas länger als geplant und so hatten wir leider keine Zeit für die jährlichen zwei Wochen Nordnorwegen. Nach Verhandlungen mit meinem Chef, war aber eine Woche im September möglich, leider aber von Samstag bis Samstag und unter der Bedingung, dass ich am Sonntagvormittag den Dienst von ihm übernehme.
Nur eine Woche? Nach Nordnorwegen? Ohne Vorbereitungszeit? Von Samstag bis Samstag?
Nach einigen Recherchen im Internet bin ich auf „Knurris Angeltouren – Angeln in Norwegen“ gestoßen. Knurri bietet neben vielen interessanten Angelanlagen und Ferienhäuseren für Selbstfahrer auch Busreisen nach Norwegen an. Er startet etwa 12-14x im Jahr mit seinem Sprinter nach Nordnorwegen. Die 10-tägigen Touren Busreisen nach Norwegen starten immer am Donnerstag und sind eine Woche später am Sonntag wieder in Deutschland. Perfekt, wenn man genug Zeit hat, aber für mich?
Ein kurzes Telefonat mit Knurri brachte aber die Lösung: Eine Flugreise nach Norwegen. Das Gepäck sollte mit dem dem Bus nach Norwegen gebracht werden, so dass wir günstige Flüge ohne Zusatzgepäck buchen konnten und Knurri stand dann für den Transfer zum Flughafen bereit. Auf meine Nachfrage, wie wir dass dann mit dem Fisch hinbekommen beruhigte er mich auch, dazu aber später …

Der Velfjord Im September in Mit dem Flugzeug zum Angeln nach Norwegen
Jedenfalls war die Reise samt Halbpension schnell gebucht und das Warten auf den September begann. Drei Tage vor der Tour waren meine Angelsachen gepackt und ich fuhr zu Knurri, der nicht weit von meinem Heimatort Berlin entfernt wohnt. Schnell waren die Kisten, meine Gefrierbox und die Angelruten im Hänger verstaut. Ein kurzes Gespräch mit Knurri ergab, dass in den letzten Wochen am Velfjord tolles Wetter herrschte. Ein stabiles Hoch, von dem auch wir noch profitieren würden … was in den letzten Wochen gefangen wurde, hatte ich schon in Knurris Blog recherchiert, umso hibbeliger wurde ich und die Vorfreude stieg ins Unermessliche.
Endlich am Samstag früh ging es mit leichtem Gepäck zum Flughafen Tegel und pünktlich um 06:00 Uhr hob das Flugzeug in Richtung Amsterdam ab. Nach knapp zwei Stunden ging es dann weiter nach Trondheim, wo wir uns etwa drei Stunden Aufenthalt hatten. Die letzten 45min von Trandheim nach Brønnøysund vergingen dann wahnsinnig schnell und um 16:15 Uhr landete die Maschine pünktlich … Am Flughafen erwarteten uns schon Knurri und sein Kollege. Knurri schlug dann noch vor, gleich im Rema1000 in Brønnøysund einzukaufen, so dass wir perfekt ausgestattet an der Anlage ankamen.
Dort erwartete uns schon ein gemütliches Zwei-Personen-Appartement, unser Gepäck und natürlich das 40PS-Angelboot, dass ich gegen einen kleinen Aufpreis, für mich und meinen Kumpel gemietet hatte. Angeln wollten wir an diesem Tag nicht mehr, aber wir richteten das Boot ein, inspizierten den überdachten Filetierplatz und die nagelneue Kühlzelle, die mehr als genug Platz für unsere Boxen bot. Und dann war auch schon Zeit fürs Abendbrot und nach einem kurzen Gespräch mit Knurri und den anderen Gästen, fielen wir todmüde ins Bett.
Am nächsten Morgen erwartete uns schon das Frühstück und frischer Kaffee und kurz vor 09:00 Uhr waren wir auf dem Wasser. Sonne satt & kaum Wind – bestes Rotbarschwetter! So folgten wir Knurris Rat und versuchten unser Glück um Storfjord, der bekannt für seine großen Rotbarsche und Leng ist. Knurri legte uns auch nahe, im Mittelwasser immer wieder nach Symbolen zu schauen, denn ab uns an ziehen Seelachse durch und lassen sich dann gezielt im Mittelwasser fangen.
Ich mache es kurz: Wir hatten beim Filetieren gut zu tun … ein paar Seelachse, die wir mit Speedjiggen erwischt hatten und jede Menge Rotbarsche mussten versorgt werden.
Am Abend erwartete uns wieder das Abendbrot – gebratenes Rotbarschfilet. „Knurris Fischstäbchen“ waren großartig und wieder gab es einen angenehmen Klönsnack mit den Kollegen.
So gingen die Tage ins Land … wir konnten tolle Rotbarsche, etliche Seelachse, ein paar gute Leng bis 1,20m und einen großen Lumb fangen … so, dass unser Ausfuhrlimit von 15kg schon am Mittwoch erreicht war, wir sogar Fisch abgeben mussten und uns dann auch noch mal einen großen Fischteller gegönnt haben. Auf den anderen Booten wurde ähnlich gut gefangen, ein paar richtig große Leng und zwei Heilbutt von 10 und 20kg waren dort die Highlights.
Am Samstagmorgen fuhr Knurri dann mit den anderen Gästen schon los in Richtung Deutschland. Wir hatten noch bis zum Mittag Zeit, bis uns Sigmund, der Inhaber der Anlage, zum Flughafen brachte und am Abend um 22:00 Uhr waren wir wieder in Berlin. Ich konnte dann am Sonntag meinen Chef glücklich machen … mit meinem Erscheinen auf Arbeit und ein paar frischen Filets.
Den Fisch haben wir dann übrigens in unseren Koffern verstaut. In Kühltaschen aus dem Supermarkt, eingeschlagen in eine große Alufolie aus dem Erste-Hilfe-Kasten und gesichert mit einer großen Mülltüte. Zu Hause waren die Filets immer noch knochenhart gefroren. Also waren meine Bedenken vorher übertrieben – auch hier Dank an Knurri für den Tipp.

Fazit: Perfekter Service und durch den Gepäcktransport und die Halbpension durch Knurris Angeltouren eine völlig stressfreie An- & Abreise mit leichtem Gepäck, an nur einem Tag. An der Anlage und den Booten gibt es nichts auszusetzen und das Angeln war vielfältig und erfolgreich. Durch die Tipps von Knurri konnten wir, an dem uns bisher völlig unbekannten Fjord, sofort erfolgreich angeln, ohne uns erst mühsam selbst orientieren zu müssen. Alles in Allem perfekt! Unsere Reise für nächstes Jahr ist schon gebucht …