Der Gardasee ist mit einer Fläche von 370km2 der Größe und mit 346m Tiefe zugleich der tiefste See Italiens. Er ist mehr als 50km lang. Der nördliche Abschnitt ist von den steilen Hängen der Alpenausläufer umgeben. Das Ufer fällt dort entsprechend steil ab und der See ist schmaler als im Süden. Der südliche Teil ist dagegen von Hügeln umgeben, die Ufer sind flach und breit.
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Satellitenbild des Lago di Garda (Markus Bernett, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported), Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lake_Garda_map.png

Der Gardasee ist für Badeurlauber sowohl bei den Deutschen als auch den Italienern selbst eines der beliebtesten Reiseziele in Oberitalien. Entsprechend voll und dicht gedrängt kann es am und auf dem See werden. Wer hier mit der Familie in erster Linie einen abwechslungsreichen Urlaub am See mit allen Wassersportmöglichkeiten und vielen nahen Ausflugszielen verbringen und nur gelegentlich auch zur eigenen Entspannung ein wenig angeln will, der wird auch in der Hochsaison auf seine Kosten kommen. Hotels rund um den Gardasee bieten dem Angler und dem Urlauber gleichermaßen eine Schlafgelegenheit. Die Fischfauna ist vielfältig wie kaum in einem anderen See Europas. Neben präalpinen Arten wie dem Felchen und der Seeforelle gehören dazu weit verbreitete Karpfenartige und Weißfische, aber auch das räuberische Trio Hecht, Zander und Barsch, aus Nordamerika stammende Exoten, den Forellenbarsch und den Koboldkärpfling, sowie -man mag es kaum glauben – Schwärme von zwei Vertretern der Heringsartigen und der Schleimfische, die man eher im Meer erwarten würde. Auch die Zuflüsse haben einiges zu bieten, darunter den Bachsabling, Bachforelle und den Lachs. Der größte Zufluss, der die Hauptwassermenge aus den Alpen in den Gardasee transportiert. Auch der Seeabfluss Mincio verspricht reiche Fanggründe, sofern ein Plätzchen im dichten Gedränge vorwiegend einheimischen Angler findet.

Für wen Angeln nicht nur die schönste Nebensache der Welt, sondern pure Leidenschaft ist, der sollte seinen Angelurlaub in die Vor- und Nebensaison verlegen, denn auch fürs Angeln gilt ja bekanntlich in der Ruhe liegt die Kraft. Außerdem hat ausgerechnet der begehrteste Zielfisch im See, die berühmte Carpione, die Gardaseeforelle im Sommer als einzige Schonzeit. Oder man sucht einen der kleineren, abgeschiedenen Seen in der Nachbarschaft des Gardasees auf: So lebt zum Beiipsiel im Toblino-See die prächtig gezeichnete Maramorata-Forelle. Um in den Fließgewässern und in den kleineren Seen angeln zu können, benötigt allerdings eine zusätzliche Lizenz. Nur im Lago Bagatol ist das Angeln frei.

Der Fischbestand des Gardasees
Rechnet man zum Gardasee auch die Fauna der Mündungsbereiche der Zuflüsse und den Seeabfluss hinzu, so kommt man auf etwa 30 Fischarten. Die meisten Fischarten kennen wir natürlich auch aus Mitteleuropa: Dazu gehört die Regenbogenforelle, die auch in Italien vor mehr als 100 Jahren eingebürgert wurde, und im gesamten Gardasee vorkommt. An weiteren Salmoniden wären die Bachforelle zu nennen, die sich im Mündungsbereich der Zuflüsse aufhält, im See selbst der Große Schwebrenke, bei uns als Bodensee- oder Blaufelchen bekannt, sowie an den steil abfallenden Uferhängen im nördlichen Teil des Gardasees eine echte Rarität, die Gardaseeforelle, die nur in diesem See zu finden ist. Von den Karpfenfischen ist an erster Stelle der Döbel zu nennen, der in größenen Schwärmen durch den See zieht. In den wärmeren Flachwasserbereichen im Süden des Gardasees leben Karpfen, Schleien, Rotaugen und Ukelei. Neben Aalen sind auch Hechte, Flussbarsche und Zander weit verbreitet. Eine weitere Besonderheit des Gardasees sind der aus Nordamerika eingeführte Forellenbarsch und der Koboldkärpfling. Erstaunlicherweise lebt im Gardasee und einigen anderen oberitalienischen Seen auch eine Unterart der Finte, ein naher Verwandter des Herings und eigentlich wie dieser ein Meeresfisch. In den Seen Oberitaliens hat sich daraus aber eine nicht-wandernde, reine Süßwasserform entwickelt. Ein ähnlicher „Exot“, den man hier im See eigentlich kaum vermuten würde, ist ein Vertreter der fast ausnahmslos im Meer lebenden Schleimfisch, der Süßwasser- oder Fluss-Schleimfisch. Zum Leidwesen von Berufsfischern und Angelsportvereinen hat auch der als Laich- und Fischräuber berüchtigte Katzenwels, ebenfalls ursprünglich ein Nordamerikaner, im Gardasee „Fuß gefasst“.

Der Gardaseen ist in drei Regionen aufgeteilt, in denen etwas unterschiedliche Regeln für Sportangler gelten. In den den Postämtern und Tabakläden kann man für etwa 20€ eine Gebührenmarke kaufen, gegen deren Vorlage auf der Gemeindeverwaltung ein Touristen-Angelschein ausgestellt wird. Er bliebt drei Monate gültig. Angeln ist grundsätzlich ganzjährig vom Ufer und Boot aus erlaubt, wobei selbstverständlich die Schonzeiten der einzelnen Fischarten beachtet werden müssen. Allerdings mit einer Einschränkung: Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang ist das Fischen verboten – mit Ausnahme des Aals, der auch nachts, aber nur vom Ufer aus und mit nicht mehr als zwei Ruten gefangen werden darf. Für die Zuflüsse und die kleinen Seen rund um den Gardasee ist wie bereits erwähnt eine zusätzliche Tageskarte notwendig.